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Dietmar Chur, Universität Heidelberg

„Die flankierende Vermittlung von Schlüsselkompetenzen als Aufgabe der Hochschule – Konzepte und Erfahrungen vor dem Hintergrund des Heidelberger Modells“

Schlüsselkompetenzen sind durch die Bologna-Reform unter den Vorzeichen der Berufsfähigkeit („Employability“) in die Diskussion eingeführt worden. Die Bildung durch Wissenschaft sollte um die Vermittlung fachübergreifender Fähigkeiten („soft skills“) im Rahmen der Studiengänge ergänzt werden.
Diese Vorgabe erschien zunächst als Umsetzung zentraler Forderungen aus der Arbeitswelt, die von der Politik in die Hochschulen transportiert werden, und wurde dort deshalb häufig mit Reserviertheit aufgenommen.

Mittlerweile hat sich das Konzept der Schlüsselkompetenzen durch vielerlei Erfahrungen bei der Umsetzung ausdifferenziert und weiterentwickelt:

  • Schlüsselkompetenzen gelten heute auch als Komponente einer zeitgemäßen (Allgemein-) Bildung. Über die Berufsfähigkeit (Qualifikation für die Teilhabe an der Arbeitswelt) hinaus wird ihr Wert auch für ein nachhaltiges Studium (Lernwelt) und für eine allgemeine Persönlichkeitsbildung (alltägliche Lebenswelt) gesehen. Welche Perspektiven ergeben sich daraus für die Hochschullehre?
  • Die ursprüngliche Frage nach der einen angemessenen Form der Förderung von Schlüsselkompetenzen – additiver Erwerb in speziellen Kursen oder integrative Vermittlung in fachlichen Lehrveranstaltungen – wird inzwischen anders gestellt: Wie ergänzen sich verschiedene Wege und Formate optimal, je nach vorhandenen Rahmenbedingungen vor Ort? Dies zielt auch auf eine Weiterentwicklung der Ausbildungsstrukturen (Curriculumsentwicklung/Fakultätsentwicklung) ab.
  • Das Thema „Schlüsselkompetenzen“ hat auch in die hochschuldidaktischen Weiterbildungsprogramme Einzug gehalten: Welche Ebene soll durch die akademische Lehre angesteuert werden – deklaratives Wissen, prozedurales Wissen oder persönliche Kompetenzen – und wie könnte das angemessen geschehen?

Diese Fragen sollen sowohl im grundsätzlichen als auch im konkreten Bezug auf das Heidelberger Modell angesprochen werden.

Kurzbiographie

Dipl.-Psych. Dietmar Chur, Universität Heidelberg

  • Studium der Psychologie, Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg; Diplom in Psychologie 1979
  • 1980 bis 1992 Mitarbeiter der Zentralen Studierendenberatung der Universität Heidelberg, zuständig für psychologische Einzel- und Gruppenberatung
  • 1993 bis 1997 Leiter des Landesmodellprojekts "Kooperative Beratung" an der Universität Heidelberg (Tutorienprogramm für Schlüsselkompetenzen in einer Kooperation der Zentralen Beratungsstelle mit den Fachbereichen)
  • 1991 bis 1999 Vorsitzender des Berufsverbands der Studienberater Baden-Württembergs
  • Seit 1997 Leiter der Abteilung Schlüsselkompetenzen an der Universität Heidelberg. Entwicklung des Heidelberger Modells der (Aus-) Bildungsqualität: Schlüsselkompetenz-Angebote im Studium und in der Promotionsphase, hochschuldidaktisches Weiterbildungsprogramm für Lehrende.
  • Seit 1988 zusätzlich freiberuflich als Psychologischer Psychotherapeut und als Organisationsberater (Training, Coaching, Change-Management) tätig.

Auswahlbibliographie

  • Chur, Dietmar (1991): Die Notwendigkeit einer direkten Kooperation der Zentralen Studien- und Studentenbe¬ratung mit Hochschullehrern. In: Hochschulrektorenkonferenz (Hrsg.): Ein Jahr davor - Studieren in Europa. Dokumente zur Hochschulreform 72/1991. Bonn/Berlin
  • Chur, Dietmar (1992): Studienberatung als professionelle Beratung. In: Projektgruppe Hochschulforschung (Hrsg.): Almanach zur Studienberatung. Berlin
  • Chur, Dietmar (1995): Beratung als Kompetenzförderung - Prinzipien und Strategien am Beispiel eines Projekts in der Studierendenberatung. In: System Familie 8 (2): 103-110
  • Chur, Dietmar (1997): Beratung und Kontext - Überlegungen zu einem handlungsanleitenden Modell. In: Nest¬mann F. (Hrsg.): Beratung. Bausteine für eine interdisziplinäre Wissenschaft und Praxis. dgvt-Verlag. Tübingen
  • Chur D. (2000): Erwachsenenbildung und Train-the-trainer-Maßnahmen im Schnittpunkt von Personal- und Organisationsentwicklung. In: Strittmatter-Haubold V. (Hrsg.): Konzepte und Tools für das Training der Zukunft. Deutscher Studien Verlag. Weinheim
  • Chur, Dietmar (2000): Zur Produkt- und Prozessqualität universitärer (Aus-) Bildung. In: Sonntag U., Gräser S., Stock C., Krämer A. (Hrsg.): Gesundheitsfördernde Hochschulen. Konzepte, Strategien und Praxisbeispiele. Juventa-Verlag. Wein¬heim und München
  • Chur, Dietmar (2002): Bausteine einer zeitgemäßen Konzeption von Beratung. In: Nestmann F. & Engel F. (Hrsg.): Die Zukunft der Beratung. Tübingen: dgvt-Verlag
  • Chur, Dietmar (2002): Entwicklungslinien der Studierendenberatung: Von der traditionellen Studienberatung zum Kompetenz-Center für (Aus-) Bildungsqualität. In: Nestmann F. & Engel F. (Hrsg.): Die Zukunft der Beratung. Tübingen: dgvt-Verlag
  • Chur, Dietmar. (2004): Schlüsselkompetenzen – Herausforderung für die (Aus-) Bildungsqualität an Hochschulen. In: Stifterverband (Hrsg.): Schlüsselkompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit. Essen
  • Chur, Dietmar (2005) Didaktische Qualifizierung im Rahmen des Heidelberger Modells der (Aus-) Bildungsqualität. In: Brendel S., Kaiser K. & Macke G. (Hrsg.): Hochschuldidaktische Qualifizierung. Bielefeld (Blickpunkt Hochschuldidaktik Bd. 115)
  • Chur, Dietmar (2006): (Aus-) Bildungsqualität durch Schlüsselkompetenzen – zur Konkretisierung eines integrativen Bildungsverständnisses. In: Colin N., Latard A. & Umlauf J. (Hrsg.): Germanistik – eine europäische Wissenschaft? Der Bologna-Prozess als 2006
  • Chur, Dietmar (2006): Die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen als Komponente eines umfassenden Qualitätsmanagements an der Hochschule. In: Michelsen G. & Märkt S. (Hrsg.): Persönlichkeitsbildung und Beschäftigungsfähigkeit - Konzeptionen von General Studies und ihre Umsetzungen. UniversitätsVerlagWebler. Bielefeld
  • Chur, Dietmar (2007): Beratung als Unterstützung der Hochschule bei einem wirkungsvollen Qualitätsmanagement - ein integrierter personen- und organisationsbezogener Ansatz. In: Sickendiek U., Nestmann F., Engel F & Bamler V. (Hrsg.): Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung. dgvt-Verlag. Tübingen
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