Empirische Forschungsmethoden in der Bildungswissenschaft I – Teil 2

Kategorie: Flipped Classroom als Lehrkonzept im Zeitalter der Digitalisierung

Dominik E. Froehlich


Philosophie und Bildungswissenschaft, Institut für Bildungswissenschaft

Universität Wien

Dominik Froehlich setzt Flipped Classroom in einer Lehrveranstaltung mit ca. 150 TeilnehmerInnen ein, die zur Vorbereitung der Erstellung einer quantitativen Abschlussarbeit dient. Jede Einheit besteht aus einer Vorbereitungs-, Präsenz- und Nachbereitungsphase. In der Vorbereitung stehen den Studierenden unterschiedliche Materialien online zur Verfügung (Videos, Skripten, Datensätze, Aufgaben zur Selbstüberprüfung etc.), die sie je nach Bedarf und Vorliebe im eigenen Tempo durcharbeiten können. Die Präsenzeinheit wird zur Vertiefung und für komplexere Problemstellungen genutzt, und in der Nachbereitung können sich die Studierenden entweder noch einmal Videos ansehen oder per E-Mail Fragen an den LV-Leiter stellen, die er entweder individuell oder per Video beantwortet.

Von der Jury wurden insbesondere der vielfältige Einsatz von Videos und die angeleiteten Feedback-Phasen hervorgehoben. Neben Lehrvideos zur Vorbereitung auf eine Präsenzeinheit finden Videos auch in der Kommunikation Anwendung, z.B. für eine Willkommensnachricht, für Gruppenfeedback oder auch zur Beantwortung von häufigen Fragen. Auch Studierendengruppen erstellen als Teilleistung Lehrvideos zu statistischen Methoden. Dieses Lehrveranstaltungskonzept zeigt somit das breit gefächerte Spektrum an Verwendungsmöglichkeiten von Videos in der Lehre auf. Feedback-Varianten finden sich an mehreren Punkten der Lehrveranstaltung: Ein anonymisiertes Peer-Review-Verfahren fand für Hausarbeiten Anwendung, während der LV-Leiter per E-Mail Feedback auf Gruppenarbeiten gab. Ferner holte der LV-Leiter selbst Feedback von den Studierenden ein, um die LV im Bedarfsfall anzupassen. Insgesamt gelingt es Dominik Froehlich, ein komplexes und ambitioniertes Konzept kohärent und erfolgreich umzusetzen.